Bühnenbau und Rigging-Lexikon

Ablegereife

Beschreibt den Zustand eines Arbeitsmittels, der dazu führt, dass es umgehend der Benutzung entzogen werden muss. Kriterien der Ablegereife sind der Gebrauchsanleitung und der VBG 9a zu ent-nehmen.

Anschlagmittel

Z.B. beidseitig gekauschtes Stahlseil mit ausreichender Dimensionierung (min. 8 mm) oder Rundschlinge aus Polyamid zur Befestigung von einer Motorkette oder Traverse an einem ausreichend dimensionierten Hängepunkt

Aufmaß

Arbeitsschritt, bei dem die benötigten Hängepunkte auf dem Bühnen- oder Hallenboden eingezeichnet werden

Bandseilhebeband

Spiralseil mit unterschiedlicher Schlagrichtung der einzelnen Drahtlagen. Dieses Seil findet vorwiegend Verwendung als Steuer, Kupplungs- und Bremsseil.

Basement

Unterkonstruktion des Towers eines Groundsupport, wird zur Anbindung des Towers benutzt, die Grundfläche kann mit Auslegern vergrößert werden, die Ausleger lassen sich nivillieren und das Basement/Tower somit lotrecht stellen.

Basket

Anschlagart, bei der die Anschlagmittel um den Träger oder Balken gelegt und beide Enden wieder zusammengeführt werden, siehe auch -> Choke

Betriebsendschalter

Vorgabe für C1-Systeme. Schaltet Kettenzüge oder Winden beim erreichen der höchsten oder tiefsten Position ab

BGV C1

Unfallverhütungsvorschrift; Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung, ehemals VBG 70

BGV-C1-Systeme

Umfassen Kettenzüge, Systemverkabelung und Motorcontroller zum szenischen Verfahren von Elektrokettenzügen über Publikum -> BGV C1

Bridle

Abhängeart in Y-Form als 2-Weg-Bridle oder sogar als 3-Weg-Bridle

C1-Kettenzug

Elektrokettenzug nach BGV C1 „Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung" zum Halten und Bewegen von Lasten über Personen

CEN

Communauté Européene Normativ, Europäisches Normungsinstitut

Choke

Anschlagart, bei der ein Ende des Anschlagmittels um den Träger oder Balken gelegt und mit der anderen Seite verbunden wird

Clutch chain

Verkürzungskette, Kettengehänge mit ca. 2 m Länge und je einem O-Ring an beiden Enden

Controller

Motorsteuerung, wird zum Betrieb von Elektrokettenzügen benötigt, modular aufgebaut, mehrere Controller sind linkbar, um komplexe Systeme verfahren zu können

Cornerblock

Eckelement in Traversensystemen zur Anbindung mehrerer Strecken untereinander 2-Weg, 3-Weg, 4-Weg usw., Sonderteile sind von vielen Herstellern realisierbar

D8-Kettenzug

Elektrokettenzug nach BGV D8 Winden,- Hub- und Zuggeräte" als Aufbaukettenzug zum Heben von Lasten

D8-Plus-Kettenzug

Um 50% abgelasteter Elektrokettenzug nach BGV D8 ,Winden,- Hub- und Zuggeräte" mit zweiter Motorbremse als Aufbaukettenzug zum Heben von Lasten mit dem Merkmal, Lasten im Ruhezustand ohne Sekundärsicherung über Personen zu halten

daN

Bezeichnung für eine auftretende Kraft (Deka-Newton). 1 daN = 10 N = 1,019 kg

Datenblatt

Blatt mit Herstellerangaben zu einzelnen Systemen, bei Traversen z.B. mit Angaben der Strecken- und Punktbelastung in Relation zu den zulässigen Spannweiten, ebenso mit Angabe der Durchbiegung der Traverse. Vorsicht: Die Angaben beziehen sich nur auf eine Strecke zwischen zwei Auflagern.

Dead Hang

Bezeichnung für eine Einzelabhängung, -Bridle

Disto

Lasermessgerät zur Ermittlung von Entfernungen

Drahtseil

Ein- oder mehrlagiges Seil, hergestellt aus Stahldrähten

Drehungsarm

Ein Seil ist drehungsarm, wenn es sich unter der Einwirkung einer in Richtung der Seilachse wirkenden ungeführten Kraft nur wenig um seine Längsachse dreht.

Drop

Bezeichnung für ein Seilelement in einem Bridle zwischen der Y-Zusammenführung und der Motorkette

Durchbiegung

Verformung der Traverse, das Datenblatt gibt Auskunft über die erlaubte Durchbiegung und über die momentane Belastung der Traverse.

Durchmesser

Jedes Seil wird bestimmt nach seinem Durchmesser (Nenn-durchmesser). Er ist die Grundlage für die Berechnung von Bruchkräften und Tragfähigkeiten.

Dynamisches Seil

Seiltyp, der die Sturzenergie durch Dehnung absorbiert und den Fangstoß reduziert

Endschalter

Limitiert bei Elektrokettenzügen die mögliche Verfahrhöhe, man unterscheidet zwischen Betriebsende und Notende.

Fachwerkverlauf

Bei Traversen, die kein vertikales Endbrace haben, ist bei der Montage darauf zu achten, dass der Fachwerklauf fortlaufend ausgeführt wird.

Falldämpfer

Bestandteil eines Auffangsystems oder Teilsystems, der die beim Abstürzen auftretenden Stoßkräfte, die auf die Person, den Auffanggurt und die Anschlageinrichtung einwirken, verringert

Fangstoß

Maximale Kraft, die bei einem Sturz auf den Kletterer und die ganze Sicherungskette wirkt

Fasereinlage

Fasereinlagen sind verseilt und bestehen aus Natur- oder Chemiefasergarnen. Wenn bei der Bestellung eines Drahtseiles die Art der Einlage nicht angegeben ist, wird das Seil mit einer Fasereinlage geliefert.

Filler

Bezeichnung für eine Litzenkonstruktion, in der in die Hohlräume zusätzlich dünne Fülldrähte verseilt werden

Flämisches Auge

Seilendverbindung als Kombination von gelegter Schlaufe und konischer Stahlpressklemme. Dazu dürfen nur Seile mit Stahleinlage verwendet werden.

Flechtseil

Flechtseile sind Flachseile oder Rundseile, die als Förderseile in Schacht- und Schrägförderanlagen und als Vorholseile im Freileitungsbau Verwendung finden. Aus Flechtseilen können auch Bandseilhebebänder hergestellt werden.

Füllfaktor

Der Füllfaktor ist das Verhältnis des metallischen Querschnittes des Seiles zum Flächeninhalt seines Umkreises.

Gebrauchszahl

Beschreibt den Sicherheitsfaktor beim Einsatz von Seilen, Ketten und Hebebändern

Gewichtsfaktor

Der Gewichtsfaktor ist ein Rechenwert, der außer dem Gewichtsanteil der Seildrähte auch die Gewichtsanteile der Einlage und des Schmierstoffes berücksichtigt.

Gleichschlag

Die Schlagrichtung der Drähte in den Litzen ist gleich der Schlagrichtung der Litzen im Seil.

Grounder

Bildet mit dem Rigger ein Team, unterstützt den Rigger am Boden

Groundsupport

Konstruktion, die auf sogenannten Towern aufgeständert ist, kommt zum Tragen, wenn keine Hängepunkte oder nicht ausreichend dimensionierte Hängepunkte vorhanden sind.

Gurtrohr

Haupttragerohr eines Traversensystems, das in der Regel als stärkste, dickste Komponente die Längsachse einer Traverse bildet

Hanf

Ist die am meisten verwendete Pflanze in Mittel- und Südeuropa, aus deren Fasern Seile produziert und Rauchwaren hergestellt werden

Hinge Section

Element eines Groundsupport Towers, das das Kippen der Tower ermöglicht

Höhensicherungsgerät nach EN 360

Bestandteil eines Auffang- oder Teilsystems, das Personen mit angelegtem Auffanggurt bei einem Absturz selbsttätig bremsend auffängt. Das Gerät gestattet ein freies Bewegen innerhalb des Auszugsbereichs des Seiles/Bandes.

ISO

International Security Organisation - Internationales Normungsinstitut

Jute

Ist eine Weichfaserpflanze; Hauptanbaugebiet Indien; nur für Faserseile mit untergeordneter Verwendung, da die Faser eine geringe Reißkraft besitzt

Jutesack

"Burlap" Wird als Kantenschutz für Anschlagseile an Stahlträgern genutzt. Dabei wird der Sack auf das kleinste Maß gefaltet und zwischen das Stahlseil und den Träger gelegt.

Kabelschlagseil

Ist ein Seil mit zentraler Faser- oder Stahleinlage, dessen Schenkel aus einlagigen Rundlitzenseilen bestehen

Kantenschutz

Z.B. ein klein gefalteter Jutesack, er dient zur Vergrößerung des Biegeradius für Anschlagseile an Stahlträgern oder Balken.

Rollersafety

Lastsicherungsgerät, kann als Alternative zur Sekundärsicherung bel Traversen eingesetzt werden, die nicht szenisch verfahren werden (nicht als BGV-C1-Ersatz!)

Rundlitzenseil

Draht- oder Faserseil, das aus einer Anzahl von Rundlitzen gefertigt wurde.

Safety

Engl. für Sekundärsicherung

Schäkel

Anschlagmittel zum Verbinden von Einzelkomponenten, wie z.B. Stahlseile in einem Bridle, wird in der Regel als Omega-Bauform HC2 eingesetzt, 5/8" Größe = 3250 kg SWL

Scharfe Kante

Liegt dann vor, wenn der Radius der Kante kleiner als der Durchmesser des Anschlagmittels ist.

Scharfkantentest

Neue UIAA-Norm, bei der der Radius des Prüfgerätes nur 0,75 mm groß ist, Sharp Edge Resistant kennzeichnet Seile, die diese Prüfung bestanden haben.

Schlagrichtung

Die Schlagrichtung ist entweder rechtsgängig (Kurzzeichen: z) oder linksgängig (Kurzzeichen: s).

Sekundärsicherung

Sicherungselement, bestehend aus einem der Last entsprechend dimensionierten Stahlseil, das z.B. parallel zum Kettenzug eingebaut wird, der Einsatz wird z.B. in dem Igvw SQP2 geregelt.

Seildraht

Grundmaterial für die Herstellung von Drahtseilen. Bereits der Seildraht unterliegt exakt definierten Bedingungen. Verwendet werden Rund- und Formdrähte.

Seilschlösser, mit Bolzen und Splint

Sind Bauteile, die es ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit eine Seilendverbindung bei Stahlseilen ohne Kausche herzustellen (DIN 15315)

Sicherheitsfaktor

Beschreibt das Verhältnis zwischen der Tragfähigkeit und der Mindestbruchkraft

Sleeveblock

Eckelement in einem Groundsupport-System zur Verbindung von horizontalen Traversenstrecken, durch das die Tower geführt werden

Spannungsarm

Ein Seil ist spannungsarm, wenn seine Litzen und Drähte nach Entfernen der Abbindung nicht oder nur wenig aus dem Seilverband treten.

Spannweite

Abstand zwischen zwei Auflagern

Spiralgeflecht

Eine Flechtform bei der Herstellung von Faserseilen

Spiralrundlitzenseil

Ist ein mehrlagiges Rundlitzenseil, z.T. mit wechselnden Schlagrichtungen, es wird vorwiegend eingesetzt als Hubseil bei Kranen.

Spiralseil

Eine aus Drähten gefertigte mehrlagige Litze

Spleißen

Eine per Handarbeit hergestellte Seilendverbindung bei Faser- und Stahlseilen - zeitlich sehr aufwendig

Split Basket

Anschlagart, bei der zwei Anschlagmittel einen Basket bilden

Stahleinlage

Stahleinlagen bei Drahtseilen bestehen aus einer Litze oder mehreren Seillitzen.

Statikseil

Seil mit geringer Dehnung, ideal als Fixseil - für Rettungen oder zum Nachziehen

Strebe (Brace)

Einzelne Fachwerkstrebe zur Aussteifung der Gurtrohre und zur Lastableitung, kann horizontal, vertikal und diagonal angeordnet

Streckenlast

Gleichmäßig verteilte Last an einer Traverse

Sturzfaktor

Länge der ausgegebenen Seil-/Fallhöhe, minimal ein Wert von 0, maximal ein Wert von 2

Safe Working Load

Tragfähigkeit

Top Pully

Bauteil mit Umlenkrollen, das auf der Spitze des Towers eines Groundsupport sitzt und die Motorkette des Kettenzuges umlenkt.

Tower

Stütze eines Groundsupport, die auf einem Basement sitzt, Bauhöhe und Belastbarkeit gemäß Herstellerangabe

UIAA

Internationaler Alpenvereinsverband, Vorreiter und Pionier in der Entwicklung praxisgerechter Normen, UIAA-Normen sind meist strenger als die der EN.

Tragfähigkeit

Nenntragfähigkeitsangabe; in der Anschlagart einfach direkt sowie Tragfähigkeitsangabe je nach Anschlagart

Verseilfaktor

Der Verseilfaktor ist ein Erfahrungswert, der den Verseilverlust berücksichtigt.

Vorspannkraft

Ist die Kraft, mit der das Transportgut mittels Spannelement einer Ladungssicherung auf die Standfläche niedergezurrt wird

Wechselschlag

Ein Seil, bei dem sich die Litzen in der Schlagrichtung unterschei-den. Wurde produziert, um auftretende Drehmomente zu verrin-gern. Hat heute kaum mehr Bedeutung.

Wiegezelle

Messzelle zur Ermittlung der tatsächlichen Last, kommt bei Lastfällen im Grenzbereich zum Einsatz, sie ermöglicht exaktes Nivillieren der Konstruktion.